Ich bin im September 1971 in Prenzlau geboren und wuchs in der Armeesiedlung Stallberg ETS (Viereck) auf. Dieser Ort liegt zwischen Torgelow und Pasewalk. Rundherum gab es viel Wald und Sand. Waldmeer, Sandmeer, Nixmehr, frotzelte man damals. 1983 hat es meine Familie nach Loitz verschlagen. Ein einsames Dorf in der Nähe von Burg Stargard. Es gab niemanden in meinem Alter oder mit ähnlichen Interessen. Ich verbrachte viel Zeit mit meinem drei Jahre jüngeren Bruder, habe viel gelesen oder unserem Hund Kunststücke beigebracht. Ich genoss es meinen eigenen Gedanken zu lauschen.

Seit meiner Kindheit ziehen mich Wälder, Pferde und Wasser magisch an. Da es in Loitz alles gab, war ich glücklich.

1985 siedelten wir nach Burg Stargard um. (Das wird im Herzen immer meine Heimat bleiben.)

1988 begann ich in Neustrelitz eine Ausbildung zur Zahntechnikerin. (Bis Mai 2009 arbeitete ich in diesem Beruf, den ich manchmal sehr vermisse.)

Meinen Mann, René, lernte ich 1989 kennen Er wurde zu mir auf die Tanzfläche geschubst und ich wollte wissen was hinter der Gardine steckt.

1994 veränderte sich mein gesamtes Leben. Mein kleiner Bruder Basti, nahm sich das Leben.

Ich habe einige Jahre gebraucht, um damit leben zu können.

Heute respektiere ich seine Entscheidung. Das war ein langer Weg. Am längsten hat es gedauert, dass ich mir selbst verzeihen konnte.
Wie viele Menschen bringen sich durch ihre Lebensweise wissentlich um? Es dauert meistens nur etwas länger und heißt am Ende nicht Selbstmord.

1996 kam mein Sohn zur Welt. Im Oktober 2000 ist er an Diabetes erkrankt, was vorerst ein ziemlicher Schock für uns war. Er hat Fragen gestellt wie: „Warum habe ich diese Krankheit bekommen? Kann ich auch Krebs bekommen, wenn ich schon Diabetes habe?“ Er wollte ein Zauberpulver erfinden, dass er in die Luft pustet und alle Menschen gesund werden lässt.

Seit 2009 lebe ich mit Mann, Sohn und Hund in Rostock. Hier ist mein neues Zuhause und ich habe endlich wieder Zeit zum Schreiben gefunden. Aber ich bin immer noch Stargarder.

Ich denke jeder Mensch hat mindestens eine besondere Fähigkeit. Ich bilde mir ein, dass ich die Begabung habe, besondere Augenblicke in Worte zu kleiden. Wobei man bedenken muss, dass diese begrenzt sind und nur einen Bruchteil dessen darstellen, was wir tatsächlich empfinden. Mich fasziniert es Emotionen einzufangen. So wie ein Fotograf, der in einem Bild Schönheit, Traurigkeit, Verzweiflung, Hoffnung, Hass, Freude, Liebe, ... oder Mut festhält. Jeder kann und soll eigene Erlebnisse mitbringen, wenn er sich auf meine Texte einlässt. Das sind nur meine Gefühle und jeder trägt sein eigenes emotionales Päckchen. Deshalb bin ich nie böse, wenn Leute das ein oder andere Gedicht nicht mögen.

Ich respektiere jede Religion, obwohl ich selbst keiner angehöre. Nach dem Tod meines Bruders habe ich mich auf die Suche des menschlichen Seins gemacht. Für mich selbst habe ich herausgefunden, dass es durchaus mehr gibt, als das was wir hören und sehen können. Wie Shakespeare schon in Hamlet schrieb: "Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio." Ich denke jeder macht seine eigenen Erfahrungen und ich habe festgestellt, dass man mehr über Gott erfährt, wenn der "menschliche Verstand" ausgeschaltet ist. Es reicht nicht zu glauben und zu beten, man muss auch wissen, dass oft genau das passiert was wir uns ausmalen. Selbst Ängste können durch Gedankenkraft Gestalt annehmen. Die Macht der Vorstellung sollte niemand unterschätzen! Der Slogan: "Denk positiv!" hat schon seine Berechtigung. Dieses Wissen findet man tief in der eigenen Seele und die erreicht man nicht durch den Verstand, so wie man Gott damit nicht begreift. Er ist in jedem von uns und wir sind seine Nase, seine Ohren, seine Zunge, seine Lippen, seine Augen...Ich bin ein Mensch, der noch auf der Suche ist. Ich glaube nicht an einen Vater, der bestraft, den ich fürchten muss oder der mir Regeln vorschreibt. Der Erschaffer ist bedingungslose Liebe. Wenn ich das Wort Gott benutze, meine ich etwas Großartiges, Unbeschreibliches, etwas Grenzenloses, das man mit Worten und Vorstellungsvermögen nicht erfassen kann. Die Summe von allem was existiert und was nicht existiert. Die Summe von gut und böse, von hell und dunkel, von wenig und viel. Und wenn ich von "IHM" rede, meine ich nicht unbedingt einen Mann.cheeky

Seit dem November 2013 bin ich Vegetarier. Von heute auf morgen konnte ich nicht mehr wegsehen und gab mich nicht mehr zufrieden mit der Begründung, dass der Mensch ein "Allesfresser" ist und schon immer Fleisch gegessen hat. Fast jeder, der bereit ist sich ausführlich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, wird sein Leben ändern. Wer heute noch damit anfangen will, wird hier fündig: (Dafür sollte man allerdings etwas Zeit haben!)

 http://www.earthlings.de/

​Ich habe Verständnis für alle, die sich nicht darauf einlassen. Nicht jeder ist reif für eine solche Erkenntnis und deshalb kein schlechterer Mensch, so wie ich kein besserer bin. 

Nachdem ich mich fast ein Jahr vegan ernährte, habe ich mich entschlossen Eier, selten Käse und ab und an Milchprodukte (eigentlich nur zum Backen, um mein Kind aus der Ferne anzulockenwink) auf meinen Speiseplan zu setzen. Ich bevorzuge Produkte transparenter Herkunft und genieße es ganz bewusst, wenn ich sie verzehre. Ich verspeise solche Produkte mit einer gewissen Ehrfurcht. Vielleicht kann ich irgendwann mehr tun. Für mich ist es momentan der einzige Weg, etwas gegen das Leid der Tiere zu unternehmen. Mir fällt nichts besseres ein, als den Konsum tierischer Produkte zu vermeiden und zu hoffen, dass irgendwann kein Wesen mehr leiden muss, weil sich immer mehr Leute über Haltung und Schlachtung informieren und die Menschheit sich ihrer Verantwortung bewusst wird, dass uns die Tiere nicht ausgeliefert sondern anvertraut wurden. Ich verzichte nicht auf Fleisch, sondern entscheide mich dagegen, weil ich ein Mensch bin, im Ebenbilde Gottes. Ich bin ein liebevoller Schöpfer und will eine Welt erschaffen, ohne Leid. Eine Welt in der man respektvoll miteinander umgeht. Ob es der richtige Weg ist, kann ich nicht sagen. Aber es ist mein Weg. Ich habe die Wahl und dadurch werde ich zum Urheber! Ich sehe mich nicht als Missionar und werde nie den Zeigefinger heben, wenn jemand sein Schnitzel verzehrt. Dafür habe ich in besten Zeiten selbst viel zu gern Tier gegessen, am liebsten schon zum Frühstück. Mein Hund frisst auch Fleisch. 2 kg die Woche.  Ach, es ist noch ein langer Weg, die Welt besser zu machen!

​Einen schönen Tag euch allen wünscht Annett

​17.06.2016

Nachtrag 14.08.2020

Seit November 2013 ernährte ich mich absolut fleischlos. Als eine Freundin ihr Grünes Abitur ablegte und inzwischen regelmäßig zur Jagd geht, beschloss ich, dass es für mich moralisch vertretbar ist, ab und zu Wildfleisch zu essen. Ich habe mit dem Fleischgenus schließlich nicht aufgehört weil es mir nicht schmeckt, sondern weil ich mich gegen unwürdige Tierhaltung und Transporte auflehne. Allerdings soll auch der Verzehr von Wild eine Ausnahme bleiben. Wie schön, dass es auch dafür eine Bezeichnung gibt: Feretarier. Dabei handelt es sich um Menschen, die sich überwiegend vegetarisch ernähren und, wenn sie dann doch einmal Fleisch verzehren, dann nur Wildfleisch. Das ist sicher nicht die Lösung zur Rettung der Welt, aber mein Körper und mein Gewissen ich fühlen sich gut damit.

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