Gottes Raffinesse

Fragt ihr euch auch manchmal, warum Menschen, die total in Ordnung sind, aneinander vorbeireden oder es zwischen ihnen Reibereien gibt? Es wird gesagt alle sollen sich so nehmen, wie sie sind. Warum ist das so schwer? Ich habe da eine Entdeckung gemacht. Toleranz hilft da oft nicht, was wir brauchen ist Verständnis. Die meisten Konflikte entstehen durch den Fehlschluss, dass einer annimmt, der andere muss ebenso denken. Aber das ist nicht so vorgesehen. Wir gehen doch nicht umsonst alle unterschiedliche Wege.


Stellt euch folgende Situation vor!


Ein zehnjähriges Mädchen auf einer Familienfeier. Der Vater schickt die Kleine los, um die letzte Flasche Rotwein aus dem Keller zu holen, was sie zuvor noch nie getan hat. Sie fürchtet sich, aber um sich nicht zu blamieren, geht sie tapfer die dunkle Treppe hinunter. Triumphierend kehrt sie zurück und hält mit einer Hand die Flasche hoch: „Tataaa.“ Im selben Augenblick fällt diese zu Boden und ihr kullern Tränen über das Gesicht. crying


Reaktionen (verschiedene Wege)

  • Der Vater gibt ihr eine Ohrfeige und sagt: „Jetzt haste n Grund zum Heulen.“

  • Der Vater schimpft lautstark über ihre Blödheit.

  • Der Vater klatscht laut Beifall und lästert: „Toll, wirklich ganz toll hast du das gemacht. Können wir das noch mal sehen?“

  • Der Vater ist wütend und streicht ihr das Taschengeld für die nächste Woche.

  • Der Vater gibt ihr die Schuld, dass die Party gelaufen ist. „Danke, das hast du großartig hingekriegt. Jetzt können ja alle nach Hause gehen!“

  • Der Vater nimmt das weinende Mädchen in den Arm, wartet einen Augenblick und sagt sie soll nicht traurig sein. Es ist ja schließlich nur eine Flasche Wein. „Ist jemand gestorben? Nein? Dann ist doch alles gut! Aber glaub nicht, dass ich dich deshalb nie wieder in den Keller schicke! “wink

  • Der Vater scheucht sie los, um einen großen Lappen zu holen und eine Tüte Salz.

  • Der Vater beschimpft das Mädchen, entschuldigt sich aber im nächsten Augenblick für seine schlimmen Worte, die er in seiner Wut sagte und nicht so meinte.

  • Der Vater nimmt alle Schuld auf sich. Er hätte sein Töchterchen niemals in den Keller schicken dürfen, sie ist schließlich noch unerfahren, es ist viel zu dunkel und die Treppe ist zu steil.

  • Der Vater bedauert sie: „Was bist du doch nur für ein kleiner Pechvogel. Warum passiert nur immer dir so etwas?“

  • Der Vater tröstet sein Kind, so etwas kann passieren und es wäre nicht weiter schlimm.

  • Der Vater meint, so etwas kann passieren und es ist nicht weiter schlimm, aber das Mädchen weiß, dass er das nur sagt, weil noch Gäste da sind.

  • Der Vater sagt: „Sieh zu wie du die Sauerei weg kriegst.“

    Merkt ihr was? So viele Menschen wie es gibt, so viele unterschiedliche Reaktionen gibt es. Nur wer gleiche Wege gegangen ist, versteht den anderen wirklich! Was wird aus diesen Mädchen. Werden sie ängstlich, spöttisch, gewalttätig, mutig, verständnisvoll oder neugierig. Sind sie voller Selbstvertrauen oder fragen sie sich: „Warum passiert nur mir immer so etwas?“ Vermeiden sie Konflikte, verschweigen sie ein Malheur oder finden sie eine Lösung? Haben immer sie oder die anderen Schuld? Welche von ihnen geht bei nächster Gelegenheit furchtlos in den Keller, um eine Flasche Wein zu holen? „Tataaa!“ Und sie bleibt heil! Es kommt wohl darauf an welchen Weg sie wählen.
    Ich kann mir vielleicht Gedanken machen wa? Nun zu meiner Lösung. Wir alle können gar nichts dafür, dass wir so sind. Es sind unsere Eltern! Aber Moment mal, die sind ebenso unschuldig. Es sind deren Eltern und die Eltern derer Eltern. Von denen dann die Eltern …
    Ich lande bei Adam und Eva und mir fällt es wie Schuppen von den Augen. Gott macht keine Fehler, Gott ist perfekt, Gottes Werke sind makellos. Wir alle sind tadellos, weil wir Gottes Geschöpfe sind. Unsere eigene Vollkommenheit können wir nur durch die Perfektion unserer Mitmenschen erkennen! Beim nächsten Streit denkt also nicht: „Was für ein Idiot!“ Wie wäre es mit: „Gott du raffinierte Schöpferin!“

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