Ich wollte euch ja noch erzählen, wie ich es ins Bett geschafft habe. Da putzig gucken und leise weinen nichts brachte, musste ich mir etwas anderes ausdenken. Ich habe einfach auf den richtigen Moment gewartet. Irgendwann ging es Muddi richtig schlecht. Sich lag gekrümmt auf der Couch und mochte nicht mal mit mir >raus< gehen. Mein Bruder John war mit mir Gassi, aber Muddi geht mit mir immer in den Wald und macht die blöde Leine ab. Auch zu Belli ist John nicht mit mir gegangen. Also stand fest: Muddi muss gesund werden. Und zwar schnell. Ich habe sofort gewusst, was ihr fehlt, bin zu ihr aufs Sofa gesprungen und habe mich auf ihren Bauch gelegt. Sie hat zwar irgendetwas geknurrt, aber schließlich musste sie einsehen, dass ihr meine Wärme gut tut. Abends war sie zu schwach sich zu wehren und Vaddi ging zur Arbeit. Er hat gebellt ich soll schön aufpassen. Hi, hi das hab ich auch gemacht, die ganze Nacht. Schön an Muddi rangekuschelt und ihr den Bauch gewärmt. Als Vaddi morgens nach Hause kam, bin ich freudig zu ihm hingelaufen und erzählt, wie toll ich mich gekümmert hab. Aber er hat nix verstanden. Meinte nur ich muss doch nicht heulen, er is ja wieder da. Typisch Vaddi. War die ganze Nacht zu seiner wo er immer hin muss, achja Arbeit, ich hüte Haus und Rudel und dann tut er so, als ob wir ohne ihn die Nacht nich überlebt hätten. Nach ein paar Tagen war Muddi jedenfalls wieder kerngesund. Dann in den Tagen, wo keiner zu dieser Arbeit geht, war Vaddi etwas komisch. Als ich mich um Muddi kümmern wollte, jagte er mich aus dem Bett. Dann haben die beiden sich angeknurrt. Muddi konnte ihn überzeugen, dass es ihr gut geht, wenn ich bei ihr bin. Sie bekommt viel besser Luft und die Bauchschmerzen sind auch weg. Vaddi hat dann verstanden, dass Muddi recht hat und sich nach kurzem Brubbeln umgedreht und nix mehr gesagt. Ich durfte bei Muddi bleiben. Morgens lag Vaddi immer noch genau so da. Als ich mit ihm allein war, habe ich mich ganz dicht an seinen Rücken geschmiegt. Ich merke doch, wo ich helfen kann. Das hat ihm gefallen. Nun weiß ich gar nicht worum ich mich zuerst kümmern soll. Um Muddis Bauch oder Vaddis Rücken. Ich kann euch sagen, als Menschenfreund hat man es nicht leicht. Manchmal machen die beiden einfach die Tür zu. Dann kümmern sie sich selber um sich. Naja, ich muss schließlich auch mal frei haben.

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