Wenn wir verletzt wurden, brauchen wir ein großes Herz, um verzeihen zu können. Warum gelingt uns das manchmal nicht? Es bleibt irgendwie ein blauer Fleck auf der Seele zurück. Erst, wenn wir selbst Peiniger waren, wenn wir unabsichtlich jemanden verletzen, können wir restlos verzeihen. Weil wir verstanden haben: Das ist nur ein Hilfeschrei.

Mein Offenbarungserlebnis

Ist es dir schon einmal schwergefallen jemandem zu verzeihen. Es war vielleicht nur eine Winzigkeit, die dich aber sehr gekränkt hat. Und dieser Ton! Dann hast du gedacht: "Schwamm drüber!" Doch warum funktioniert das nicht immer mit diesem Schwamm? Du liebst diesen Menschen und willst gar nicht sauer sein. Du kannst es nicht einmal wirklich erklären, weshalb du beleidigt bist. Es erscheint alles so lächerlich. Und der andere denkt sowieso: "Was hat die denn, ich hab doch gar nix falsch gemacht!" Es war vielleicht nur ein winziges Wort, dass dich beschämt hat. Wegen so ein paar Buchstaben willst du ja nun nicht gleich überreagieren! Dann werde ich dir mal erzählen, wie unsere Seele so etwas sieht!

Selima, so nenne ich sie, hat einen Partner an ihrer Seite – Egon, unser Ego. Bekannt als das kleine Ich oder das falsche Ich. Mein Ego findet Egon aber besser ;)

Selima spricht keine langen Sätze, denn sie existiert seit Anbeginn und durch alle Zeitalter hindurch! Sie ist unsterblich. Es gab sie schon lange vor dem Wort, deshalb drückt sie sich lieber durch Bilder, Formen, Farben, Gefühle, Symbole oder Klänge aus. Sie erscheint als Intuition. Unsere Seele entstammt der Einheit, der Fülle. Sie kennt keine Angst. Es fehlt ihr an nichts. Folgt man ihr, geht man mit Leichtigkeit durchs Leben. Sie ist das Tröpfchen des Universums dessen Gesamtheit auch Gott bezeichnet wird. Egon, unser Sprachbeauftragter beschützt uns vor Gefahren, besonders deshalb, weil er um sich selbst fürchtet. Er sorgt für das Überleben unseres Körpers.

Wenn du einen Regenbogen siehst, den Sonnenaufgang beobachtest, eine Blüte bestaunst, das Meer rauschen hörst, die Sonnenstrahlen spürst,… Das ist sie! Selima. Was ist sie? Sie IST.
Die Antwort findet ihr jetzt zu einfach? Ich gehe etwas mehr darauf ein. Sie ist Liebe. Mehr nicht? Nein. Nur Liebe. Das ist allerdings nur der Oberbegriff für Freude, Lachen, Licht, Umarmungen, Geborgenheit, Ehrlichkeit…
Selima verbindet uns mit dem Universum, mit allem was ist. Liebe ist der Stoff, aus dem sie gemacht ist. Zu jeder Zeit strebt sie diesen Seinszustand an. Sie wendet  sich von allem ab, was sich nicht so anfühlt, indem sie uns ein Signal gibt. Wenn alles gut läuft, arbeitet sie mit Egon zusammen. Dann kannst du dich glücklich schätzen. Meistens versucht das kleine Ego unsere Seele zu sabotieren. Oft wird sie verleumdet, denn Egon hält sich für den Boss. Man kriegt ihn leicht mit Schmeicheleien. Frauen werden schwach bei Komplimenten wie: "Deine Augen strahlen wunderschön, meine Perle, ich liebe dein Lächeln, dein Haar glänzt so herrlich in der Sonne, du bist meine Prinzessin..." Selima sieht in diesen Worten klare Bilder. Das reinste Seelenfutter und dann noch so einfach. Love, Love, Love. Dein Seelchen tanzt vor Freude: "Das bin ich, das bin ich!" Ein Glücksgefühl kommt in dir auf. Aber Vorsicht! Sie benutzt keine Worte, dafür aber enttarnt sie die Lüge. Am Klang, an der Gestik erkennt sie, wer es ehrlich meint. Egon könnte man auch was vormachen! Vielleicht fallen Frauen deshalb oft auf Schwindler rein. Ihr eigener Egon hört nicht, wenn die Seele leise zu verstehen gibt, dass das Kompliment nicht ernst gemeint ist. "Ach, was du schon wieder hast." Und dann hat Selima Sendepause, denn sie drängt sich nicht auf, schließlich ist der freie Wille Bestandteil des Vertrages, den sie eingegangen ist. Irgendwann später merkt Frau dann, dass sie auf den falschen Berater gehört hat.
Warum ist Selima überhaupt hier in unserer Welt? Sie könnte es so gut haben. Warum bewohnt sie unseren Körper? Meine Vermutung: Langeweile. Sie weiß, dass sie Liebe ist, aber wie fühlt sich das an? Was ist das, Liebe? Seelchen geht einen Kompromiss ein. Um erfahren zu können, wer sie ist, muss sie das Gegenteil davon kennenlernen. Und wo geht das besser als hier auf unserem Planeten? Sie unternimmt einen kurzen Ausflug. Dafür muss sie bereit sein zu vergessen, sonst macht das ganze Spiel ja keinen Sinn. Nun kommt unser Verstand ins Spiel. Der leugnet ihr Sein! Das ist seine Aufgabe! Sonst wüssten wir ja von vornherein, dass wir hier nur zum Spaß sind und gar nichts erreichen müssen! Selima ist also hier in unserem Körper, um sich daran zu erinnern, wer sie ist und was sie ist. SIE ist unser wahres Selbst. Damit dieses Unterfangen nicht gar zu leicht ist, muss sie die Polarität kennenlernen und dafür hat sie das kleine Ich an ihrer Seite, Egon. Der entsteht allerdings erst im Laufe unseres Lebens, er ist nicht von Anfang an da. Er wird geprägt durch unser Umfeld. Wenn wir unser Ego überwinden, dann finden wir zu Selima. Wie unterscheidet man die beiden? Welche Gedanken kommen woher? Alles was uns innerlich mit Frieden und Freude erfüllt, schöpferische Momente, was uns glücklich macht, was uns im Jetzt sein und die Zeit vergessen lässt, das ist unsere Seele, die uns an ihrer Freude teilhaben lässt: "Das bin ich!" Alles was wir tun, ohne einen bestimmten Hintergedanken, das ist der göttliche Teil in uns. Wenn wir einer alten Dame im Bus unseren Platz anbieten, weil es unser inneres Verlangen ist, dann ist das die Seele. Wir sind glücklich. Mehr nicht. Tun wir das allerdings, weil wir vor den anderen Leuten gut dastehen wollen, weil Egon sagt: "Denen zeigen wir mal, was sich gehört!", dann ist das unser kleines Ich. Selima und Egon sind manchmal schwer auseinanderzuhalten und Egon kann ein ganz schönes Schlitzohr sein und versucht oft durch Hinterlist zu Wort zu kommen, damit wir auf ihn hören und nicht auf Selimas zartes Stimmchen.

Die Seele ist Schönheit. Sie weiß es und braucht keine Bestätigung. Sie muss sich kein Gesicht malen, in Designerklamotten rumlaufen oder aufpassen, dass sie zu fett wird. Egon hat ständig etwas an sich auszusetzten. Selbst, wenn er mit seinem Körper zufrieden ist, sucht er die Bestätigung im Außen. Er muss es von anderen hören, um sich so zu fühlen, wie er gern sein möchte. Ständig!


Durch die Nähe zur Materie kann die Seele, trotz ihrer Unvergänglichkeit und ihres uralten Wissens, dass sie unkaputtbar ist, in ihrem auserwählten Körper leiden. Was tauchen wohl für Bilder in ihr auf bei folgenden Worten?
"Deine gute Laune kotzt mich an! Komm endlich aus dem Arsch! Du mich auch! Danke für den Scheiß-Tag! Kein Wunder, dass du lauter Pickel hast! Du hast aber ganz schön zugelegt!?"
Was siehst du bei solchen Worten? Liebe ???
Es gibt etliche solcher Beispiele und die Worte selbst erscheinen uns sogar oft harmlos. Sie sind auch meistens nicht böse gemeint. Derjenige, der sie ausspricht, ist nur gerade genervt, hatte einen schlechten Tag oder Stress. Je vertrauter uns ein Mensch ist, um so mehr können seine Worte verletzen. Manche Leute haben von Haus aus eine ungehobelte Redensart. Wir erschrecken allerdings, wenn wir denjenigen noch nie so erlebt haben. Wenn ein geliebter Mensch plötzlich ungerecht und bösartig wird, ist das ein Hilfeschrei seiner Selima! Sie fühlt gegenwärtig das Gegenteil, von dem was sie ist, wird aber von ihm nicht gehört, weil das kleine Ich, glaubt in Gefahr zu sein und panisch versucht sich zu retten.
Unser Seelchen nimmt nun wahrscheinlich erst einmal Abstand, von der geliebten Person. "Das bin ich nicht! Was ist das???" Im selben Augenblick fühlt sie, dass es das ist, was sie nicht ist, nämlich das Gegenteil von Liebe. Nun hat sie es körperlich erfahren, sie wollte es ja unbedingt wissen!
Unser kleines Ich allerdings ist beleidigt! Wenn Egon jetzt das Wort übernimmt, dann kann das ganz böse enden!
Selima signalisiert uns durch einen Impuls, dass diese Bilder nichts mit ihrem Wesen zu tun haben. Wir fühlen uns ungeliebt und gedemütigt.
Doch sie kennt die Wahrheit und da Liebe auch Vergebung ist, verzeiht sie. Sofort! Denn sie spürt, wie die inkarnierte Seele im anderen Körper leidet und immer leiser wird. Dort werden die Signale übergehört, weil das falsche Ich zu laut brüllt.
Unser eigener Egon tobt: "Das lasse ich mir nicht gefallen!" Er schmiedet Pläne, will sich womöglich rächen. Auge um Auge...
Wenn man sich nun zurückzieht und Egon nicht zu Wort kommen lässt, hat unser Seelchen die Chance uns ein Zeichen zu geben. Man könnte zum Beispiel Holz hacken oder den Garten umgraben und das Ego ist bald erschöpft und hat zu Ende geschimpft. Dann können wir Seelchen hören und entscheiden was wir mit unserem freien Willen anstellen.

Na gut, wir entschließen uns zu vergeben. Es scheint zu klappen! Nein, doch nicht!
Selima offenbart ein Bild: "Was ist das?" Egon ist gleich wieder voll da: "Ein blauer Fleck! Siehste, das haben wir nun davon. Du konntest ja nicht auf mich hören!" Egon ist der Meister in Schuldzuweisungen. Und plötzlich ist es wieder da, dieses Gefühl, das man so schlecht beschreiben kann.
Wie kann man nun diese blauen Flecken auf der Seele loswerden?
Durch Vergebung! Bei Menschen, die uns nicht besonders nahestehen ist das einfach.
"Blöde Kuh, kannste nicht aufpassen!" Okay, der hat wohl nur einen schlechten Tag und schon ist es vergessen.
Wenn uns ein geliebter Mensch versehentlich weh tut, ist das äußerst schwierig. Er hat sich zwar entschuldigt, aber irgendwie will der blaue Fleck nicht verschwinden, wenn wir ihm auch noch so sehr verzeihen wollen. Selima kann damit gut leben. Alles ist gut! Schwing.
Aber Egon stichelt immer wieder.
Unser Peiniger soll gefälligst begreifen was er da getan hat. Peiniger ist vielleicht ein unpassendes Wort. Wir reden ja vom jemandem, der unabsichtlich verletzt hat. Sagen wir der Kraftlose, der Erschöpfte.
Nun ist unser Verstand gefragt. Wenn er sich nicht weigert Worte für Selimas Symbole zu finden, die ihn verletzt haben, schaffen wir es den Entkräfteten zu erreichen und direkt von Seele zu Seele zu kommunizieren. Du merkst es sofort, wenn du den anderen erreicht hast, dann sind Worte überflüssig. Schwing ;)
Wenn du selbst irgendwann der Erschöpfte warst und ohne es zu wollen einem lieben Menschen weh tatest, erkennst du in diesem Moment des Verletzseins, (wenn dein Egon es zulässt), wie sehr der andere gelitten hat, dann kannst du ganz plötzlich bedingungslos verzeihen. Alles! Und alle deine blauen Flecken sind fort.
Ich durfte diese wunderbare Erfahrung machen. Ich war die Erschöpfte und die Verletzte. Man kann diese Erfahrung meiner Meinug nach nur machen, wenn man auf beiden Seiten war.
Mit einem Schlag öffneten sich viele Türen gleichzeitig. Ich fühlte den Schmerz der Leute, die ich verletzte. Da war der kleine M aus Stargard. Es ist schon 20 Jahre her, aber ich konnte es gegenwärtig fühlen, denn die Seele kennt keine Vergangenheit. Ich spürte es im Jetzt. Ich hatte damals einen harten Tag und war mit meinem Sohn auf dem Heimweg. M begleitete uns und machte fürchterliche laute Geräusche, sodass mir der Geduldsfaden riss und ich ihn anbrüllte, ob er keine eigene Mutter hat, die er nerven kann. Dann war da noch der Junge in Karlsburg im Krankenhaus, der so doll mit meinem Kind tobte, dass ich dazwischenging und brüllte, dass er als zwölfjähriger schon etwas Verstand haben sollte. Zwei Tage später hat er mir gesagt, dass er auch gern so eine Mutter hätte, eine, die für ihn da ist. Da ist meine Arbeitskollegin, der ich gesagt habe, dass ich nicht mehr mit ihr arbeiten will und was mir am meisten leid tut, dass ich die Freundschaft zu meiner liebsten Freundin öffentlich in Frage stellte. (Ich hoffe, falls sie das hier liest, sind auch ihre blauen Flecken fort.) Ich erlebte alle Situationen zeitgleich aus der Sicht der Leute, die ich gekränkt habe. In diesem Moment, heulte ich nicht, weil ich die Leidende war, sondern weil ich erkannte, was ich getan hatte und im selben Augenblick war auch schon alles vergeben und vergessen. Eine unglaubliche Flut der Liebe ergriff mich, ich war absolut erfüllt von ihr, von einem tiefen inneren Frieden. Das hört sich jetzt vermutlich blasphemisch an, aber ich finde keine andere Beschreibung: Eine letzte Tür öffnete sich und ich habe abgeklatscht, mit Gott.

Zusammenfassende Erläuterung
Egon, unser Ego (das kleine Ich, das falsche Ich)
ist der uns in die Irre führende Teil unseres Verstandes, der sich als Mittelpunkt wahrnimmt. Jedoch versteht er nicht die Zusammenhänge des SEINS. Egon trennt uns von Dingen und voneinander. Er hat eine wichtige Funktion, denn er wurde Selima zur Seite gestellt, um den Körper, den sie bewohnt zu beschützen, diesen Körper zu ernähren. Ohne Egon hätten wir keine Überlebenschance. Er nimmt sich meistens nur zu wichtig! Im Laufe der Zeit hat er die Herrschaft übernommen. Er ist laut. Sehr laut: "Hallo schaut her, ihr Flaschen! Ich habs drauf!" Unser kleines Ich, versteht nur die polare Welt. Egon ist schnell zornig, nachtragend, eifersüchtig,...und hungrig. Stets sucht er nach Anerkennung und hat Angst, dass nicht genug von allem da ist. Nicht genügend Geld, nicht genug Liebe, nicht genug Nahrung. Er ist zynisch, kontrollierend, aggressiv, er beklagt sich gern und lebt nicht im Jetzt, sondern im Gestern oder im Morgen. Er kann aber auch hilfsbereit sein, mit dem Gedanken dafür geliebt und anerkannt zu werden. Dein Egon kann dich zum Schotter führen. Glücklich macht er dich aber nicht. Jedenfalls nicht allein. Das funktioniert nur in Zusammenarbeit mit Selima, die er gern niedermacht.
Egon wiederholt zu gern alte Erfahrungen und schafft damit immer wieder die gleichen Probleme, nur mit anderen Leuten. Oft hat er Angst vor der Zukunft und mag keine neuen Wege.
Er äußert sich hauptsächlich durch Gedanken, je wortreicher, um so sicherer weißt du, dass er zu dir spricht. Egon ist aber keineswegs verkehrt, er hat nur einfach Angstvor dem Tod. Selima, die unsterbliche, alles wissende Seele braucht ihn, um sich selbst zu erleben, er macht ihren auserwählten Körper handlungsfähig, damit sie irdische Erfahrungen durchmachen kann, denn sie kennt nur das Einssein. Erst durch die Polarität erfährt sie, wer und was sie ist.
Das kleine Ichist unser freier Wille.

Die Seele, Selima, unser göttlicher Kern, unsere Schöpferkraft
Selima ist viel älter als unser Ego und unser Verstand, deshalb benutzt sie Worte nur selten. Sie hat schon einige Wiedergeburten hinter sich und wenn wir es zulassen, lässt sie uns an ihrer Weisheit, ihren Erfahrungen, die sie in den vielen Leben machte, teilhaben. Sie ist friedlich, unaufdringlich, klar, ein Impuls für den es keinen Grund zu scheinen gibt, ein Gefühl, das plötzlich da ist. Es geht nicht darum, der Beste zu sein, etwas zu erreichen. Die Seele ist einfach nur Freude am Handeln. Es gibt nur diesen Augenblick. Schwing! Sie ist das Gefühl: ALLES IST GUT!
Die Stimme der Seele ist die Intuition: Ein plötzlicher Gedanke, Hühnerhaut, ein Kribbeln. Sie ist unser Bauchgefühl!
Da sie einer wortlosen Ebene entstammt, erreicht sie uns unheimlich schnell, dass unser Verstand oft überfordert ist, diese Eingebung zu formulieren und zu deuten. Deshalb wird sie so oft ignoriert. "Was war das? Ach, is schon wieder wech. Hab ich mir wohl nur eingebildet!" Wenn du das nächste mal so ein Erlebnis hast, dann frage dich was dir deine Seele gerade mitteilen will.
Falls sie Worte benutzt, dann klare, einfache und wenige. Die Seele erfährt man immer im gegenwärtigen Augenblick. Selima ist eine Genießerin! Hauptsache es macht Spaß. Das kann alles Mögliche sein.
Durch Grübeln, wirst du mit Selima nicht kommunizieren können.
Wer nur von einem Ort zum anderen jagt, nicht allein sein kann, der wird kaum eine Eingebung haben. Um die Seele wahrzunehmen, muss der Verstand verstummen. Nur wenn du ganz bei dir bist, kannst du sie hören, da sich sonst dein Ego meldet und sie übertönt. Selima ist unser göttlicher Kern. Sie kennt keine Furcht, keinen Mangel, keinen Hass. Es ist stets genug von allem da! Deshalb ist sie selbst, bei einer Mahnung nie aufdringlich oder angstvoll. Selbst im schlimmsten Augenblick, in der allergrößten Not, gibt sie dir das Gefühl von absoluter Geborgenheit. Ich erlebte das bei einem Unfall. Mein Ego hatte die Hosen dermaßen voll, als wir uns auf der Autobahn in unserem kleinen Sport-Clio drehten, dass es nicht mal mehr Mut hatte Angst zu haben. Der Verstand wurde einfach ausgeschaltet und nur noch Selima war da. Es war ein so friedlicher Moment. Die Zeit stand still und ich fühlte mich gänzlich sicher. "Alles ist gut", spürte ich. Klare Worte! Das ist die göttliche Botschaft. Aber es dauerte nicht lange, bis sich Egon meldete: "Na das ging ja gerade noch mal gut. Das schöne Auto. Oh je, die Leitplanke. Das kostet teuer Geld! Der schöne Urlaub!"
Du erkennst die Sprache der Seele daran, dass du absolut klar bist, vollkommen entspannt. Sie spricht durch Bilder, Symbole, Klänge, Gerüche, Träume. Sie ist deine tiefe innere Weisheit, du weißt es einfach und musst das nicht erklären.
Inneren Frieden und Gesundheit finden wir, indem wir die Botschaften von Selima und Egon ins Gleichgewicht bringen. Um Egon müssen wir uns weniger Sorgen machen, den überhören wir nicht so schnell. Selima finden wir im Innen, zum Beispiel durch Meditation. Ich suche sie am liebsten in der Natur, bei einem Waldspaziergang. Sie ist der Geruch des Mooses, das Rauschen der Blätter, der Käfer auf dem Blatt, die Feder am Wegesrand... Lass es wirken. Du tust ihr damit einen Gefallen: "Das bin ich! Das bin ich!", wird sie jubeln. Es geht aber auch zu Hause, wenn du allein mit dir bist. Selima ist Musik, ein Gedicht, Sport, Backen,...oder auch Nichtstun. Das Nichtstun wird, finde ich, total unterschätzt. Man kann sie eigentlich überall finden, wenn man Egon einfach mal in die Ecke stellt.
In dem Moment, wo wir Egon in uns erkennen, ihn durchschauen, haben wir die Chance, bewusst mit Selima zu reden. Die Seele weiß sich zu helfen, falls wir sie nicht hören wollen. Sie informiert uns durch Nachrichten, die sie durch den Körper ausdrückt. Hautausschlag, ein dicker Hals, Schnupfen, Ohrgeräusche, Rücken,... Ihr wisst, was ich meine! Vielleicht hat Egon euch zu viel aufgeladen, ihr habt einfach die Nase voll, könnt den ganzen Kram nicht mehr hören, mehr wollt ihr nicht schlucken. Erlaubt Egon nicht, euch dazu zu zwingen! Selima wird nicht aufhören Botschaften zu senden. Sie wird deutlicher!

Als Basti damals erkrankte sagte er zu mir: "Das verstehst du nicht. Doch! Jetzt verstehe ich. Basti, du hast damals nicht verstanden. Wir alle haben das Spiel nicht durchschaut. Du warst ein Seelenmensch. Künstler sind das immer. Ohne Seele keine Kunst! Ohne Seele ist es nur Deko. Du lebtest in einem Umfeld voller Liebe, Freude und Spaß. Dann kam die Wende, eine Chance für alle, die mutig genug waren ihre Freiheit zu entdecken. Egon mag nichts Neues. Er behält lieber das Alte, da weiß er was er hat. Egon klammert, er fürchtet sich. Selima liebt die Freiheit. Sie ist grenzenlos und eingesperrt sein, ist nicht ihr Wesen. Als du dann in die Kochlehre nach Langeoog gingst, war da plötzlich kein Spaß mehr, keine Liebe, keine Freunde, keine Familie. Nur Arbeit und davon viel zu viel. Dein Egon wollte tapfer sein und die paar Jahre dort aushalten. Die Insel war zu weit weg, um fix mal einen Ausflug dorthin zu machen. Dann musste man auch noch mit der Fähre rüber und wenn man Pech hatte, spielte das Wetter nicht mit. Selima hat dich gewarnt und das war das, was du meintest, was ich nicht verstehe. Es war ihr Zeichen: "Verschwinden wir hier!" Es gab damals keine Handys, telefonieren war ja schon nicht einfach. Du warst einsam. Auf einem Video, als wir dich besuchten, habe ich es nachträglich deutlich gesehen, als wir abgefahren sind. Die Seele erkennt man in den Augen! Der Spruch ist so wahr! Sie war schon lange auf dem Heimweg! Sie hat gelitten, fühlte sich eingesperrt und es gab keine Liebe! Ich habe dich auch noch dazu ermutigt, das letzte Jahr durchzuhalten. Das war ein Fehler.

*Anmerkung am Ende!

Dein Egon dachte, wenn er das durchzieht, wird er anerkannt und geliebt und ich habe ihm noch recht damit gegeben. Selimas "Freiheitsberaubung" machte dich krank. Es war schon längst zu spät, als wir es bemerkten. Deine Seele hat erkannt was sie nicht ist und wollte das nicht länger aushalten. Sie sehnte sich zurück in die Einheit. Eine Seele die zurückkehren will, kann niemand aufhalten. Sie brauchte deinen irdischen Körper nicht mehr, um sich selbst zu erfahren. Sie hat genug erlebt! Selima hat durch die Dunkelheit erkannt was das ist, Licht. Egon hat sie letztendlich befreit. Es war ihr Wunsch! Das letzte Wort hat immer die Seele!

Depressionen sind ein sicheres Anzeichen, dass Egon und Selima aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Egon ist allerdings nicht nur der Böse. Wenn wir nur auf Selima hören, müssen wir weder essen, noch trinken, noch schlafen. Wir sind vollkommen erfüllt mit dem was wir gerade tun, so wie ich jetzt. Ich habe die Nacht geschrieben, kaum gegessen und jetzt meldet sich Egon. "Ich habe Hunger!!!"

Egon hat mich übrigens zu dieser Erleuchtung geführt. Es war beim Einkaufen. Ich war so hungrig. Nein, Egon glaubte hungrig zu sein;)

Mein Mann ermahnte mich, wann ich das alles essen wolle, das wird doch alles schlecht. Meinem Egon war das egal. Er war empört. Soll er etwa verhungern? Soll er sterben? Reicht es nicht, wenn er sich schon von Selima bequatschen ließ kein Fleisch mehr zu essen?

Ich konnte nicht mehr aufhören den Einkaufskorb voll zu packen.

Den Rest könnt ihr euch gern ausmalen;) Egon war nicht zu bremsen und fühlte sich im Recht. So gerieten zwei Egos aneinander. Ihr habt bestimmt schon mal einem alten Ehepaar beim Streiten zugehört ;) So eins waren wir.

Schlussendlich danke ich Egon, dass ich zu dieser Erkenntnis kam und dass meine Terrasse jetzt geschrubbt ist ;) (Die Terrasse ist sehr groß!) Egon, vor mir kannst du dich nicht mehr verstecken, du Schlingel, ich weiß jetzt wer du bist!

Kleine Anmerkung. So ein kleiner Streit in einer langen Beziehung ist auch recht erfrischend. Plötzlich stehen zwei Seelen im Dunkeln broken heart und wenn dann das Licht wieder angehtenlightened, was glaubt ihr wie die frohlocken. Hallelujah.heartwinkangelkiss


Am besten kann man Selima an einem Baby erklären. Was nimmst du wahr? Frieden, Liebe, Glück ??? Genau. Da ist nämlich noch kein Ego, das dazwischen plappert. Baby ist nur Seele. Reine Liebe. Deshalb kann man es stundenlang einfach nur ansehen. Egon wächst erst noch. Vielleicht kannst du dazu beitragen, dass Egon und Selima sich bei deinen Kindern oder Enkeln gesund entwickeln. Wähle deine Worte mit Bedacht! Lass sie der Freude folgen, schenke ihnen Freiheit und gebe ihnen nie das Gefühl, nur dann geliebt zu werden, wenn sie dieses oder jenes tun.
Ich hatte leider erst jetzt diese Erleuchtung, sonst hätte ich bei meinem Sohn vielleicht einiges anders gemacht.

Quatsch - ALLES IST GUT! Das war gerade Selima ;) wink Schwing.


Was? Ihr habt das jetzt doch nicht etwa bis zum Schluss gelesen? Glückwunsch! Woher ich das alles weiß? Keine Ahnung, ich weiß es ;)
Das ist mein völlig unwissenschaftlicher Bericht über die Seele.

Selima ist keine Wissenschaft, SIE IST.

Danke fürs Lesen und für eure Zeit!

Eure Nett

Wisst ihr was? Älterwerden ist einfach geil!

*(Seht ihr, da ist er schon wieder! Mein Egon ;) und wollte sich wieder einmischen. Ständig versucht er uns auszutricksen. Selima bewertet nicht, sie lebt nicht in der Vergangenheit oder sagt was richtig oder falsch ist. Etwas fühlt sich nur richtig oder falsch an, wenn sie sich meldet. Niemand kennt den Plan einer anderen Seele. Also bringt es nichts, sich Vorwürfe zu machen. Vielleicht war es genau das, was Bastis Seele finden musste, um sich zu erfahren, denn bei unseren Eltern konnte sie keine Dunkelheit finden.)

 

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